Simply The Best – The Classics: „Freed From Desire" von Gala

„Freed From Desire“ von Gala
Willkommen zur siebten Ausgabe unserer Kolumne! Nachdem wir uns in der letzten Ausgabe durch den rasanten Rock-'n'-Roll-Bayerisch-Dunst von „Skandal im Sperrbezirk“ bewegt haben, reisen wir heute ins späte 20. Jahrhundert zu einem Song, der als Eurodance-Single begann und sich im Lauf der Jahrzehnte zu einer der mächtigsten Mitsing-Hymnen des weltweiten Sports und der globalen Clubkultur entwickelt hat. Es geht um das ikonische „Freed From Desire“ der italienischen Sängerin Gala aus den Jahren 1996/1997.
Die Geschichte hinter dem Hit
Wir schreiben das Jahr 1996. Die aus Mailand stammende Künstlerin Gala Rizzatto lebte damals in New York, wo sie als Fotografin und aufkeimende Musikerin unterwegs war. Inspiriert von den Gegensätzen zwischen materieller Gier und emotionaler Freiheit verfasste sie einen Songtext, der von buddhistischen Philosophen sowie dem Wunsch nach echter Herzensverbindung inspiriert war.
Zusammen mit den italienischen Star-Prozenten Maurizio Molella und Phil Jay (Filippo Andrea Carmeni) nahm Gala den Track im Sommer 1996 in Italien auf. Als die Single Ende 1996 erschien – und in vielen europäischen Ländern sowie Großbritannien Mitte 1997 ihren kommerziellen Höhepunkt erreichte –, stürmte sie im Eilmarsch die weltweiten Hitparaden, verkaufte Millionen Einheiten und heimste Diamant- sowie Platin-Auszeichnungen ein.
Doch die wahrhaft beispiellose Geschichte des Songs begann Jahre später: 2016 erfand ein nordirischer Fußballfan zur Melodie des Refrains den Gesang „Will Grigg's on Fire“. Die Zeile verbreitete sich wie ein Lauffeuer über die Fußballemphase der EURO 2016 und schwappte rasch auf zahllose Sportarten und Fanblöcke weltweit über. Von der Rugby-WM über Darts-Turniere bis hin zu Champions-League-Nächten: Der hypnotische Refrain hat sich tief in die Popkultur eingebrannt.
Die Künstlerin: Gala – Eine Stimme mit Haltung
Gala Rizzatto, schlicht bekannt als Gala, unterscheidet sich stark von typischen Eurodance-Interpretinnen jener Zeit. Mit ihrer charakteristischen, eher dunklen, prägnanten Stimme, ihrem androgynen Styling und ihren tiefgründigen Songtexten war sie eine erfrischende Ausnahmeerscheinung im oft oberflächlichen Dance-Pop-Zirkus der 90er.
Nach ihren Welterfolgen mit Titeln wie „Freed From Desire“, „Let a Boy Cry“ und „Come into My Life“ entschied sich Gala gegen die Zwänge der großen Major-Labels und gründete ihr eigenes Independent-Label. Bis heute tritt sie international auf großen Festivals auf und beweist, dass echte Club-Hymnen zeitlos bleiben.
DJ-Praxis: Wann und wie man „Freed From Desire“ zündet
„Freed From Desire“ ist eine der wenigen Allround-Waffen, die sowohl im Elektro-Club als auch auf Hochzeiten, Schützenfesten, Sport-Events und Festival-Mainstages verlässlich funktionieren.
Vorschlag für ein Set-Segment: Der Track entfaltet seine maximale Wucht, wenn ihr ihn im Peaktime-Teil eures Sets nutzt, um die Crowd von der bloßen Bewegung in das kollektive Mitsingen zu überführen.
Kombinieren mit: Kombinations-Idee: Bereitet die Tanzfläche mit Gigi D’Agostino – L’Amour Toujours oder Alice Deejay – Better Off Alone vor. Der Übergang zu „Freed From Desire“ gelingt hervorragend über einen harmonischen Blend der Beats. Nach der Vokal-Explosion im Refrain könnt ihr das Energie-Level nahtlos mit moderneren Remakes aufrechterhalten – zum Beispiel dem weltbekannten Drenchill feat. Indiiana – Freed From Desire Edit oder einem treibenden Tech-House-Track wie Fisher – Losing It.
Fazit
„Freed From Desire“ von Gala ist der lebende Beweis dafür, wie ein handwerklich starker Dance-Track durch die Leidenschaft der Crowd über Jahrzehnte hinweg immer wieder neu geboren werden kann. Ein absoluter Pflicht-Track in jedem DJ-Folder, der auch nach rund 30 Jahren keinen Funken seiner explosiven Strahlkraft verloren hat.
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