
Kurz gesagt: Truffle räumt Metadaten in DJ-Bibliotheken schnell und zuverlässig auf und lässt dabei Cues, Beatgrids und Crates in Ruhe. Bei exklusiven Edits und Mashups stößt die App an Grenzen, und Engine-DJ-Nutzer können Truffle aktuell nur eingeschränkt nutzen.
Jeder von uns kennt das: Über Jahre wächst die Bibliothek aus Pool-Downloads, alten CD-Rips und Promo-Mails. Am Ende heißen Dateien „AUD_0037.mp3“, Umlaute sind zerschossen und hinter jedem zweiten Titel steht „(ORIGNAL MIX!!)“. Genau hier setzt Truffle an, ein Tag-Editor für den Mac, der Titel am Klang erkennt und Titel, Interpret, Album, Jahr, Genre und Cover ergänzt.
Wir haben die App für euch ausprobiert. Transparenzhinweis: Die Vollversion wurde uns für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus besteht keine Verbindung zum Entwickler, und auf den Inhalt dieses Beitrags hatte niemand Einfluss.
So haben wir getestet
Wir haben Truffle mit zwei typischen DJ-Setups ausprobiert: einem lokalen Musikordner und einer rekordbox-Bibliothek. Im lokalen Ordner schreibt Truffle direkt in die Dateien, verschiebt oder benennt dabei aber nichts um. Bei rekordbox liest die App die exportierte XML-Datei samt Playlists ein. Laut Hersteller funktioniert das genauso mit Serato (inklusive Crates), mit Traktor und mit Apple Music.

Erkennung: schnell und sauber, mit Grenzen
Die Erkennung hat uns überzeugt. Truffle arbeitet schnell und liefert saubere Vorschläge, auch bei Dateien, deren Namen weniger verraten. Grundlage sind acht Quellen, darunter ein Audio-Fingerabdruck, MusicBrainz, Deezer, Apple und Beatport als Gegenprobe für BPM und Tonart. Zu jedem Feld zeigt die App an, woher der Vorschlag stammt. So entscheidest du selbst, was übernommen wird.
Praktisch für uns DJs: Remixe und Edits behalten ihren Namen, und Pool-Kürzel mit Tempo und Tonart im Titel erkennt Truffle und entfernt sie. Bei bestimmten Remixen, Mashups und exklusiven Edits hatten wir allerdings Probleme. Das überrascht nicht: Was in keinem Katalog steht, kann auch keine Datenbank zuordnen. Diese Titel solltest du vor dem Übernehmen also genau prüfen.

Aufräumen im großen Stil
Neben der Erkennung bringt Truffle mehrere Werkzeuge für die ganze Bibliothek mit. Wir haben alle ausprobiert, und alle haben im Test gut funktioniert:
- Duplikate findet die App anhand von Titel, Interpret, Album und Länge. Doppelte Playlists lassen sich zusammenlegen.
- Album-Kohärenz gleicht uneinheitliche Alben an, also Album-Interpret, Schreibweise, Jahr und Cover. Alle Änderungen siehst du vorher als Liste.
- Massen-Bearbeitung (⌘B) setzt ein Feld für viele Titel auf einmal oder sucht und ersetzt, auf Wunsch auch mit regulären Ausdrücken. Eine Vorschau zeigt jede Zeile, bevor etwas geschrieben wird.
Cues und Beatgrids bleiben, wo sie sind
Für uns war das die wichtigste Frage: Was passiert mit der Vorbereitung, die in den DJ-Programmen steckt? Truffle schreibt laut Hersteller nie in die Datenbanken von rekordbox, Serato oder Traktor. In unserem Test sind Cues, Beatgrids und Crates tatsächlich unangetastet geblieben.
Auch das Sicherheitsnetz hat funktioniert. Vor jeder Änderung sichert Truffle das Original, und ein Verlauf protokolliert alles. Einzelne Änderungen oder ganze Sitzungen lassen sich zurückholen. BPM und Tonart schreibt die App nur auf ausdrücklichen Klick in die Datei.
Was noch fehlt
Unser größter Wunsch ist eine Anbindung an Engine DJ. rekordbox, Serato und Traktor werden unterstützt, wer mit Denon- oder Numark-Hardware und Engine arbeitet, schaut bisher in die Röhre.
Außerdem solltest du zwei Dinge wissen, bevor du dich freust:
- Truffle läuft nur auf Macs mit Apple Silicon ab macOS 14 (Sonoma). Eine Version für Windows gibt es nicht und ist laut Hersteller auch nicht geplant.
- Bei Tempi über etwa 130 BPM gibt der Hersteller die BPM-Angabe selbst nur als Näherung an. Gerade bei schnelleren Genres lohnt sich ein Blick auf die Werte.
Preis, Verfügbarkeit und unser Fazit
Truffle kostet einmalig 59,99 € als In-App-Kauf im Mac App Store, ohne Abo und mit kostenlosen Updates. Die kostenlose Testversion analysiert 100 Titel und schreibt 20 Änderungen. Ein Konto beim Anbieter brauchst du nicht, und laut Hersteller gibt es weder Tracking noch Werbung. Stand heute ist die App aber noch nicht erhältlich: Auf der Website heißt es „Bald im Mac App Store“.
Mitglieder Vorteil
Unsere Mitglieder erhalten 20% Rabatt auf die Vollversion
Unser Fazit: Für DJs am Mac mit einer gewachsenen, unübersichtlichen Bibliothek ist Truffle eine echte Zeitersparnis. Die Erkennung ist schnell, die Werkzeuge greifen gut ineinander, und die DJ-Vorbereitung bleibt unangetastet. Wer viel mit exklusiven Edits und Mashups arbeitet, muss nacharbeiten. Wer mit Engine DJ oder Windows arbeitet, wartet besser ab. Unser Tipp: Starte mit der Testversion und schau dir an, wie Truffle mit deinen eigenen Problemfällen klarkommt.
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