
Atomix Productions hat die DJ-Software VirtualDJ 2026 mit dem dritten großen Update des Jahres um weitere KI-Funktionen erweitert. Build 9644 vom 21. September 2026 bringt laut dem offiziellen Changelog die Funktionen ShoutOut und Scripting AI sowie einen direkten Spotify-Zugriff, dazu Performance-Verbesserungen und Unterstützung für weitere Controller. Die Hauptversion war kurz vor Weihnachten 2025 als Early Access erschienen, rund ein Jahr nach VirtualDJ 2025.
ShoutOut und Scripting AI
ShoutOut setzt auf generative Sprachtechnologie: Nutzer können damit eigene Voiceovers erzeugen oder Lyrics im laufenden Track ersetzen, etwa für personalisierte Drops, Live-Edits und Ansagen, ohne die Software zu verlassen, wie DJ LIFE Magazine berichtet. Scripting AI ergänzt VDJScript, die hauseigene Skriptsprache für Skins, Tastaturkürzel und Controller-Belegungen. Statt Programmierbefehle einzugeben, beschreiben Nutzer das gewünschte Verhalten in einfachen Worten, VirtualDJ erzeugt das Skript selbst. Laut Looprituals lassen sich so etwa Schaltflächen belegen, die parallel Flanger und Echo aktivieren oder den BPM-Editor öffnen; auch Controller-Mappings sind bearbeitbar. Aus Sicht von Atomix geht es dabei um praxisorientierte KI-Funktionen für DJs und nicht um das Nachvollziehen eines Trends.
Lyrics in der Wellenform und KI-Assistent
Bereits die Erstveröffentlichung enthielt eine automatische Texterkennung. VirtualDJ 2026 extrahiert Liedtexte direkt aus dem Audiofile und blendet sie neben den Wellenformen ein; eine Ausgabe im Videofenster ist zusätzlich möglich. Die Funktion arbeitet unabhängig von hinterlegten Metadaten, wie Bonedo ausführt. Ohne PRO-Lizenz funktioniert sie nur bei populären Songs. Der Hersteller stellt das Feature als Werkzeug für sogenanntes Word-Play-Mixing vor, also das Verbinden von Songs über Textpassagen.
Der AIPrompt Folder integriert einen LLM-basierten Assistenten in die Software. Auf eine Frage liefert er eine formatierte Liste von Track-Empfehlungen samt Begründung, die per Drag-and-Drop auf ein Deck gezogen werden können. Über den Reiter „Ideen“ in der Songbibliothek lassen sich ganze Playlisten per Texteingabe erzeugen, etwa mit Befehlen wie „Baue mir ein 90er-Hip-Hop-Set“. Die Funktion setzt eine PRO-Lizenz voraus. Hinzu kommen eine vollwertige automatische Karaoke-Funktion für beliebige Audiotracks, ein Video-Plugin zur Lyrics-Visualisierung und ein KI-basierter Duplikat-Ordner.

Fluid Beatgrids, KI-Visuals und neue FX-Engine
Das zweite Update (Build 9246 vom 31. März 2026) brachte Fluid Beatgrids, die mittels KI unregelmäßige oder variable BPM erkennen, etwa bei altem Rock, Disco oder verzogenen Vinyls. Der BPM Stabilizer richtet sich an DJs, die ohne Sync-Taste mixen, und stabilisiert einen „fließenden“ Track für den manuellen Beatmix. Digital DJ Tips ordnet die Technik in einen Branchentrend ein und verweist auf vergleichbare Ansätze bei Djay von Algoriddim. Ebenfalls mit Part 2 kamen KI-generierte Visuals für reine Audiotracks, entweder als audioreaktive Muster aus Beschreibungs-Prompts oder als beat-synchrone AiLoops. Zudem wurde die Lyrics-Transkription in mehreren Sprachen verbessert.
Parallel dazu wurde die Effektsektion komplett überarbeitet. Die neue FX-Engine umfasst nach Angaben von Gearnews mehr als 122 Effekte, darunter nahezu jeden Effekt bekannter Hardware-Mixer von Pioneer oder Rane. Die Software unterstützt nun über 300 Controller sowie Fernsteuerung.





