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Serato DJ 5.0 startet als Public Beta mit neuen Lucid Beatgrids

· Oliver Lieder mit Bernhard Hoven

DJ-Software-Interface mit Wellenform-Anzeige, BPM-Tempo von 145.6 und Beatgrid-Markierungen

Serato hat die öffentliche Beta von Serato DJ 5.0 gestartet. Im Mittelpunkt der neuen Version steht mit den sogenannten Lucid Beatgrids eine komplett überarbeitete Beatgrid Analyse. Darüber hinaus bringt Version 5.0 unter anderem Open Streaming, Cue Loops sowie einige Verbesserungen bei der Verwaltung von Musik und Playlists.

Lucid Beatgrids erkennen Tempoänderungen automatisch

Die wohl wichtigste Neuerung von Serato DJ 5.0 sind die Lucid Beatgrids. Dafür hat Serato die bisherige Beatgrid Analyse vollständig überarbeitet.

Die neue Analyse soll nicht mehr nur Titel mit einem konstanten Tempo zuverlässig erkennen, sondern auch Musik mit schwankender Geschwindigkeit. Besonders interessant ist das bei älteren Disco, Funk, Soul oder Rock Produktionen sowie bei Live Aufnahmen mit echten Schlagzeugern.

DJ-Software-Interface mit Wellenform-Anzeige, BPM-Tempo von 145.6 und Beatgrid-Markierungen


Serato kann Tempoänderungen nun automatisch über den gesamten Track verfolgen und entsprechende Marker setzen. Bislang mussten solche Titel häufig manuell bearbeitet werden, damit Beatgrid, Sync, Loops und taktbasierte Effekte zuverlässig funktionieren.

Dafür führt Serato zwei Analysemodi ein.

Der neue Flexible Modus ist künftig die Standardeinstellung und verfolgt Tempoänderungen über den gesamten Titel hinweg. Der weiterhin vorhandene Fixed Modus erzeugt dagegen ein Beatgrid mit konstantem Tempo, profitiert aber ebenfalls von einer verbesserten Erkennung des ersten Downbeats.

Menü zur Musikdatei-Analyse mit Optionen für BPM-Bereich, Beatgrid-Modus Flexible und Fixed


Tempoänderungen können zusätzlich direkt in der Wellenform über BPM Labels angezeigt werden. Dabei lässt sich einstellen, ob Änderungen auf Beat oder Taktebene berücksichtigt werden sollen.

Auch die manuelle Bearbeitung wurde erweitert. Mit „Set Grid Start“ lässt sich der Beginn eines Beatgrids festlegen. „Set Beat“ ermöglicht die Korrektur einzelner Beats innerhalb eines Taktes, ohne das komplette Grid zu verändern.

Bestehende Tracks müssen neu analysiert werden

Wer die neuen Lucid Beatgrids verwenden möchte, muss die entsprechenden Tracks erneut analysieren.

Serato weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass nicht zwangsläufig die komplette Library neu analysiert werden muss. DJs können sich zunächst auf Titel konzentrieren, bei denen die bisherige Beatgrid Analyse Probleme verursacht hat.

Die bestehenden Beatgrids bleiben außerdem erhalten. Wird die Library wieder mit einer älteren Version von Serato DJ geöffnet, stehen die bisherigen Beatgrids weiterhin zur Verfügung.

Mehrere Streamingdienste gleichzeitig nutzen

Eine weitere größere Neuerung ist Open Streaming.

Dropdown-Menü zum Auswählen von Musik-Streaming-Quellen wie Beatport, Spotify und TIDAL


Bislang mussten sich DJs innerhalb von Serato für einen Streaminganbieter entscheiden. Mit Serato DJ 5.0 können mehrere unterstützte Streamingdienste gleichzeitig angemeldet und verwendet werden.

Die einzelnen Anbieter erscheinen als eigene Crates innerhalb der Library. Dadurch können Tracks verschiedener Streamingdienste zusammen mit lokal gespeicherter Musik verwendet werden.

Über ein neues Auswahlmenü neben der Suche lässt sich außerdem direkt zwischen den verschiedenen Streaminganbietern wechseln.

Bei unterstützten Diensten werden BPM und Tonart eines Streamingtracks nun bereits beim Browsen angezeigt. Aktuell funktioniert dies mit Beatport, Tidal, SoundCloud und Spotify. Apple Music unterstützt diese Funktion derzeit noch nicht.

Neue Cue Loops

Mit Cue Loops führt Serato DJ 5.0 außerdem eine Funktion ein, mit der sich Hot Cues und Loops miteinander kombinieren lassen.

Wird ein entsprechender Cue Loop ausgelöst, springt der Track zum gespeicherten Cue Point und aktiviert gleichzeitig einen zuvor definierten Loop. Dadurch lassen sich beispielsweise Breakdowns verlängern oder bestimmte Songpassagen direkt als Loop abrufen.

Cue Loops stehen ausschließlich in Serato DJ Pro zur Verfügung.

Serato-Interface mit farbigen Cue-Punkten und Loops für einzelne Bereiche eines Musikstücks


M3U Playlists kehren zurück

Mit Version 5.0 bringt Serato außerdem den Import von M3U und M3U8 Playlists zurück.

Eine entsprechende Playlist Datei kann direkt in Serato gezogen werden. Die Software erstellt daraus automatisch eine neue Crate und ordnet die enthaltenen Tracks zu. Damit lassen sich unter anderem Playlist Exporte aus anderer DJ Software sowie aus Musikverwaltungsprogrammen übernehmen.

Ebenfalls zurück ist die Funktion „Protect Library“. Wird sie aktiviert, verhindert Serato DJ das versehentliche Löschen von Tracks aus der Library, aus Crates oder vom Computer innerhalb der Software.

Serato DJ 5.0 zunächst als Beta

Serato DJ 5.0 steht aktuell als öffentliche Beta für interessierte Nutzer zur Verfügung und kann parallel zu einer bestehenden Serato Installation installiert werden. Library und Einstellungen werden dabei übernommen.

Da es sich noch um eine Beta Version handelt, empfiehlt Serato ausdrücklich, die bisherige stabile Version installiert zu lassen und die Beta nicht für kritische Live Einsätze zu verwenden.

Einen Termin für die finale Veröffentlichung von Serato DJ 5.0 hat das Unternehmen bislang nicht genannt.

Die wichtigsten Neuerungen

• Neue Lucid Beatgrids mit automatischer Erkennung von Tempoänderungen
• Flexible und Fixed Beatgrid Analyse
• Verbesserte Downbeat Erkennung
• BPM Änderungen direkt in der Wellenform sichtbar
• Neue Werkzeuge zur manuellen Beatgrid Bearbeitung
• Gleichzeitige Nutzung mehrerer Streamingdienste
• BPM und Tonart bei unterstützten Streamingtracks bereits beim Browsen sichtbar
• Neue Cue Loops in Serato DJ Pro
• M3U und M3U8 Playlist Import wieder verfügbar
• Protect Library kehrt zurück

Serato DJ 5.0 befindet sich derzeit in der öffentlichen Beta und kann von interessierten DJs getestet werden.


Kommentare (1)

  • DJ Stefan KietzMitglied

    Das mit den Beatgrids ist wirklich geil. Ich hoffe das hält so auch bei anderen Softwares Einzug

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