Ein neues Kapitel für die Musikproduktion: inMusic übernimmt Native Instruments

Es ist die Nachricht, die die Musikwelt in dieser Woche bewegt hat: Native Instruments wird Teil der inMusic-Familie. Nach Monaten der Ungewissheit und einem vorläufigen Insolvenzverfahren im Januar 2026 hat das Berliner Traditionsunternehmen nun einen neuen Hafen gefunden. Mit dieser Übernahme entsteht ein Gigant der Musiktechnologie, der Hard- und Software-Innovationen wie nie zuvor unter einem Dach vereint.

Was ist passiert?
Am 8. Mai 2026 gaben Native Instruments und inMusic Brands offiziell bekannt, dass sie eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme unterzeichnet haben. Der Deal umfasst nicht nur Native Instruments selbst (bekannt für Kontakt, Maschine, Traktor und Komplete), sondern auch das gesamte Ökosystem, das in den letzten Jahren unter der Flagge von Francisco Partners aufgebaut wurde. Dazu gehören die Schwergewichte iZotope, Plugin Alliance und Brainworx.
Wer ist inMusic?
Falls euch der Name inMusic nicht sofort ein Begriff ist, werdet ihr mit Sicherheit ihre Marken kennen. Das von Jack O’Donnell geführte Unternehmen ist bereits Mutterkonzern von Branchengrößen wie:
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Akai Professional (MPC)
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Moog Music
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Denon DJ / Rane / Numark
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Alesis / M-Audio
Mit Native Instruments sichert sich inMusic nun den Goldstandard für Software-Sampling und DJ-Software.
Die Hintergründe: Vom Krisenmodus zur Rettung
Native Instruments blickt auf turbulente Jahre zurück. Nach der Übernahme durch den Investor Francisco Partners im Jahr 2021 wurde versucht, unter dem Namen Soundwide eine riesige Software-Plattform zu schaffen. Doch die finanzielle Last (Berichten zufolge über 250 Millionen Pfund Schulden bei vergleichsweise geringen Umsätzen) und strategische Unklarheiten führten das Unternehmen Anfang 2026 in ein vorläufiges Insolvenzverfahren.
Die Übernahme durch inMusic wird in der Branche als „Happy End“ gewertet. Im Gegensatz zu reinen Finanzinvestoren ist inMusic ein strategischer Partner, der bereits tief in der Hardware-Entwicklung verwurzelt ist.
Was bedeutet das für die Nutzer?
Die wichtigste Nachricht zuerst: Alle Produkte bleiben bestehen. Nick Williams (CEO von Native Instruments) und Jack O’Donnell betonten in ihren Statements, dass der Support und die Weiterentwicklung der Software ohne Unterbrechung fortgesetzt werden.
Die spannendsten Chancen der Übernahme:
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Hardware-Integration: Wir könnten endlich eine tiefere Verschmelzung zwischen der legendären Akai MPC-Hardware und der Software-Power von NI (Kontakt/Maschine) erleben.
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NKS-Standard: Der NKS-Standard (Native Kontrol Standard) könnte nun zum universellen Standard für alle inMusic-Geräte werden, was die Steuerung von Plugins über Marken hinweg massiv vereinfacht.
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Ende des Investoren-Fokus: Viele Nutzer hoffen, dass unter inMusic wieder die Produktqualität und Innovation im Vordergrund stehen und nicht nur die kurzfristige Gewinnmaximierung durch Abo-Modelle.
Skepsis in der Community
Trotz der Erleichterung über die Rettung gibt es auch kritische Stimmen. Einige User befürchten, dass Kult-Marken unter dem riesigen Dach von inMusic ihre Identität verlieren könnten oder der Kundenservice leidet. Zudem stellt sich die Frage, wie inMusic die interne Konkurrenz zwischen Marken wie Akai (MPC) und NI (Maschine) oder Denon DJ und Traktor lösen wird.
Strategische Chance oder Sackgasse? Die Risiken der Übernahme
Wir wollen aber auch auf die potenziellen Gefahren eingehen, die dieser Deal mit sich bringt. Kritiker weisen darauf hin, dass inMusic in der Vergangenheit bereits Marken und Rechte aufgekauft hat, nur um die Produkte danach kaum noch weiterzuentwickeln oder notwendige Investitionen zu stoppen. Da inMusic mit Akai und der MPC-Serie sowie im DJ-Segment bereits extrem stark aufgestellt ist, stellt sich die berechtigte Frage: Wie viel Sinn ergibt es für den Konzern, eine Software wie Traktor oder die Maschine-Plattform wirklich aktiv voranzutreiben?
Andererseits bieten gerade Traktor und Maschine einzigartige, innovative Funktionen, die als Technologietransfer den gesamten inMusic-Bereich bereichern könnten. Was bringt es inMusic also langfristig, diese Marke im Portfolio zu haben? Trotz aller Skepsis glauben wir, dass inMusic letztlich der beste Käufer für Native Instruments ist. Warum? Weil die strategische Ausrichtung einfach passt. Ein ganz entscheidender Punkt ist die Geschäftsphilosophie: Native Instruments hat sich – genau wie die Kernmarken von inMusic – nie vollständig dem Trend reiner Abo-Modelle unterworfen. Die Philosophie „Einmal bezahlen und unbegrenzt nutzen“ eint beide Unternehmen und lässt hoffen, dass diese nutzerfreundliche Strategie auch in der neuen Ära erhalten bleibt.
Fazit
Die Übernahme markiert das Ende einer Ära für Native Instruments als eigenständiges Berliner „Software-Wunder“ und den Beginn einer neuen Ära als Teil eines globalen Imperiums. Wenn inMusic es schafft, die Software-Expertise von NI und iZotope mit ihrer Hardware-Dominanz zu kombinieren, stehen uns einige der aufregendsten Produkte der letzten Jahrzehnte bevor. Wir wünschen inMusic viel Erfolg!
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