
Worum geht es?
Wer seine Sets mitschneiden will, hat meist zwei Optionen: den Laptop mitschleppen oder auf die Aufnahmefunktion der DJ-Software hoffen. Beides ist im Club oder auf einer Hochzeit nicht immer praktisch. Genau hier setzt der Howler an.
Hinter dem Gerät steckt Howler Audio, ein kleines Start-up aus Rotterdam. Finanziert wurde der Recorder per Crowdfunding auf Kickstarter. Das Konzept ist bewusst reduziert: Signal rein, Signal durch, Aufnahme auf microSD-Karte. Dazu kann die Box als USB-Soundkarte und Streaming-Interface dienen.

Ausstattung und Anschlüsse
Schon beim Auspacken fällt auf: Der Howler ist klein. Mit 88 x 63 x 28 mm und 128 g passt er in jede Jackentasche. Das schwarze Metallgehäuse wirkt robust und macht auch den Alltag im Plattenkoffer mit.
Die Bedienung beschränkt sich aufs Nötigste. Oben sitzt ein großer Record-Taster mit Leuchtring, der während der Aufnahme blinkt. Daneben gibt es eine Akku-Taste und zwei LEDs. Ein Schieberegler wählt den Modus: WAV, MP3 mit 320 kbit/s oder Transfer/Stream.
| Merkmal | Howler Recorder + Streamer |
|---|---|
| Eingänge | 2 x Cinch (Line) |
| Ausgänge | 2 x Cinch „Out (Thru)“ zum Durchschleifen |
| USB | USB-C (Laden, Soundkarte, Streaming) |
| Aufnahmeformate | WAV oder MP3 (320 kbit/s), 24 Bit / 48 kHz |
| Speicher | microSD-Karte (FAT32) |
| Max. Aufnahmelänge | WAV ca. 3,5 Std. (4 GB), MP3 ca. 40 Std. |
| Akku | Li-Ion, laut Hersteller ca. 20 Std. |
| Maße / Gewicht | 88 x 63 x 28 mm / 128 g |
Was fehlt: ein Kopfhörerausgang, ein Mikrofoneingang und eine Pegelanzeige. Auch Kabel, Speicherkarte und Gummifüße liegen nicht bei. In der schlichten Pappschachtel finden wir nur das Gerät, einen QR-Code zur Anleitung und eine Dankeskarte der Gründer.

In der Praxis
Die Inbetriebnahme dauert keine Minute. Wir haben den Howler per Cinch an den Record-Ausgang unseres Mixers gehängt, die microSD-Karte eingesteckt und auf den Knopf gedrückt. Das war's. Die Aufnahme lief zuverlässig und ohne Aussetzer durch.
Praktisch ist der Thru-Ausgang. Damit lässt sich der Howler auch direkt zwischen Mixer und Endstufe schalten, wenn kein separater Record-Out frei ist. Weil der Akku mehrere Sets am Stück schafft, brauchen wir vor Ort keine Steckdose.
Am Rechner meldet sich die Box im Transfer-Modus als externes Laufwerk. Die Dateien ziehen wir einfach rüber, ohne die Karte herauszunehmen. Im Stream-Modus arbeitet der Howler als USB-Soundkarte an Laptop oder Smartphone. So lässt sich ein Set auch live ins Netz schicken. Am Smartphone braucht es dafür allerdings einen passenden Adapter.
Zwei Dinge sollte man wissen. Erstens: Der Howler hat keine Eingangsverstärkung. Der Pegel muss also schon am Mixer stimmen. Eine einzelne LED zeigt nur grün oder rot, ein echtes Meter gibt es nicht. Zweitens: Bei der Speicherkarte ist der Howler wählerisch. Der Hersteller empfiehlt Karten von Kingston (Class 10, U1, V10, A1) und rät ausdrücklich von SanDisk Ultra und Pro ab.
Was uns gefällt – und was nicht
Pro
- Sehr kompakt, robustes Metallgehäuse
- Ein-Knopf-Bedienung ohne Rechner
- Aufnahme in WAV (24 Bit / 48 kHz) oder MP3
- Akkubetrieb für mehrere Sets
- Thru-Ausgänge zum Durchschleifen
- Nutzbar als USB-Soundkarte und Streaming-Interface
Contra
- Kein Kopfhörerausgang zum Abhören
- Keine Gain-Regelung, nur Line-Pegel
- Nur eine LED statt Pegelanzeige
- Keine Split-Funktion für neue Dateien während der Aufnahme
- Empfohlene microSD-Karte schwer zu bekommen
- Kein Zubehör im Lieferumfang
| Gerät | Speicher | Streaming | Eingänge | Gewicht | Preis (UVP) |
|---|---|---|---|---|---|
| Howler Recorder + Streamer | microSD | ja | Line (Cinch) | 128 g | 179 € |
| Reloop Tape 2 | microSD | nein | Line (Cinch) | 85 g | 189 € |
| IK Multimedia iRig Stream | iPhone | ja | Line (Cinch), Mic/Inst | 146 g | 95 € |
| Zoom H2n | microSD | nein | Line (Miniklinke), Mic | 130 g | 159 € |
Fazit
Der Howler macht genau das, was er soll: Er nimmt DJ-Sets zuverlässig und in guter Qualität auf, ohne dass wir uns um Laptop, Software oder Steckdose kümmern müssen. Soundkarten- und Streaming-Funktion sind ein willkommener Bonus. Einen Kopfhörerausgang zum Gegenhören hätten wir uns trotzdem gewünscht, ebenso eine richtige Pegelanzeige.
Mit rund 179 Euro ist der Howler kein Schnäppchen. Wer aber regelmäßig seine Sets mitschneiden will und es dabei so simpel wie möglich mag, bekommt ein durchdachtes Werkzeug für die Hosentasche. Von uns gibt es eine klare Empfehlung.
Erhältlich ist der Howler direkt über die Website von Howler Audio.







